Re: bin schon wieder von den Schweizern begeistert - Schweiz fürchtet Stromverbrauch von Set-…
Donnerstag, September 25th, 2008> > cassiel schrieb am 25. Juni 2007 22:11
> > > Rashim schrieb am 25. Juni 2007 20:40
> > > > cassiel schrieb am 24. Juni 2007 21:28
> > > > > Auch in Deutschland kann man sich für echte (direkte) Demokratie
> > > > > http://demokratie.mine.nu/ einsetzen. Dann bekommen wir auch eine so
> > > > > weitsichtige und vor allem demokratische Politik.
> > > > Wie zum Beispiel Frauenwahlrecht und so gefährliche Dinge? Ok,
> > > > immerhin haben es die Schweizerinnen nun auch geschafft, dass sie
> > > > überall wählen dürfen.
> > > Kennst du den Unterschied zwischen Wahl- und Stimmrecht?
> > Nachdem sie das Wahlrecht nicht hatten, werden sie auch das
> > Stimmrecht nicht gehabt haben.
>
> Und was haben die Frauen in der Schweiz bekommen? Wahlrecht oder
> Stimmrecht?
> Und was haben die Deutschen/Österreicher? Wahlrecht oder Stimmrecht?
Beides…
> […]
> > > Genau darin liegt der Unterschied, dass eine eine Demokratie ist und
> > > das andere nur ein müder Abklatsch davon. Und dann relativiert sich
> > > auch die Zeitschiene: in Deutschland und Österreich haben bis heute
> > > weder Männer noch Frauen Stimmrecht.
> > Das seh ich anders.
>
> Das ist erst einmal Fakt, dass weder Männer noch Frauen in D/AT
> Stimmrecht haben.
Wie konnte man dann beim Volksentscheid überhaupt abstimmen? Wie
gesagt, Zwentendorf wurde in einer Abstimmung abgesägt. Weil der
Gottkaiser Kreisky wollte das ja und der hatte zu der Zeit die
Mehrheit in der Regierung.
> […]
> > Gemeinschaften ging, nur heute ist die indirekte Demokratie einfach
> > besser.
>
> Die Schweiz beweist seit 150 Jahren das Gegenteil.
> Und was die “indirekte” Pseudo-Demokratie angeht, da kann kann von
> einem demokratischen Funktionieren überhaupt nicht die Rede sein. Für
> die Staatsmafia und deren Günstlinge ist sie besser, aber nicht vom
> demokratischen Standpunkt aus.
Auch die Schweiz hat gewählte Vertreter. Gruppendiskussion mit
anschliessendem Armheben geht eben nicht für jeden Furz ab einer
gewissen Grösse. Sonst müsste auch die Schweiz jede Woche 100
Abstimmungen haben.
> […]
> > Ein Problem der Demokratie ist der Minderheitenschutz. Wenn das nicht
> > undemokratisch gelöst wurde, gibts den defakto nicht, weil über
> > Minderheiten immer drübergefahren wird.
>
> So? Wie war es dann möglich, dass in der Schweiz das Stimmrecht für
> Frauen überhaupt eingeführt wurde? Darüber haben nämlich
> logischerweise nur die Männer entschieden.
Das stimmt, deshalb hat es auch mehrere Anläufe und fast hundert
Jahre gedauert bis es dazu kam. Wobei die Frauen nicht mal eine
Minderheit waren, sondern wahrscheinlich wie überall eine Mehrheit.
Ist halt das römische System: Abstimmen darf jeder Bürger, was Bürger
ist, definieren wir. Wobei aber die Stimmen in Rom nicht
gleichberechtigt waren, da hatte jede Volkscenturie zwei Stimmen.
> Demographische und demokratische Mehr- und Minderheiten sollte man
> eben nicht in einen Topf schmeissen. Und wer gute Argumente für den
> Schutz demographischer Minderheiten hat, der kann auch demokratische
> Mehrheiten überzeugen, wenn er sich dem demokratischen Wettbewerb
> stellt. So funktioniert Minderheitenschutz in der Demokratie: es
> bedarf der Einwerbung demokratischer Mehrheiten dafür und nicht das
> übergehen derselben.
Tja und da eigentlich eh nur ca 60% ihre demokratische Pflicht
wahrnehmen (Kreuzerl machen ist IMHO Recht und Pflicht), kann das
eine verschworene Minderheit trotzdem einigermassen machen.
Rashim